Freudental mit dem Seminarkurs "Zweitzeugen". Im Rahmen des Seminarkurses besuchten wir das Pädagogisch-Kulturelle Centrum (PKC) in Freudental bei Ludwigsburg. Dieses befindet sich in einer ehemaligen Synagoge, die während des Novemberpogroms 1938 stark beschädigt wurde. Heute dient der Ort sowohl als Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden als auch als Veranstaltungszentrum.
Im Juni wird der Seminarkurs dort seine Projektergebnisse zum Leben der letzten jüdischen Zeitzeugin Suse Underwood vorstellen. Der etwa dreistündige Besuch begann mit einer Begrüßung durch den Zentrumsleiter Herrn Volz in der ehemaligen Synagoge. Wir besichtigten den Ausstellungsraum und konnten Fragen zu unserem Projekt stellen. Anschließend gingen wir zum Haus der Familie Herrmann, in dem Suse Underwood früher viel Zeit bei ihrer Tante verbracht hatte. Danach machten wir uns auf den Weg zum jüdischen Friedhof. Dort erhielten wir einen kurzen Vortrag zur Geschichte des Friedhofs sowie zu den geltenden Verhaltensregeln. Obwohl dort seit mehreren Jahrzehnten niemand mehr beerdigt wurde, gilt wie auf jedem jüdischen Friedhof eine besondere Regel: Aus Respekt vor Gott und den Verstorbenen sollen Männer eine Kopfbedeckung tragen. Außerdem ist es auf jüdischen Friedhöfen üblich, kleine Steine auf die Grabsteine zu legen. Auch wir durften uns kurz umsehen und einen Stein ablegen. Herr Volz berichtete zudem von antisemitisch motiviertem Vandalismus im Jahr 2009, bei dem mehrere Grabsteine beschädigt wurden. Der Aufenthalt in Freudental hinterließ bei vielen von uns einen nachhaltigen Eindruck. Durch die Besichtigung der historischen Orte wurde die Geschichte der Juden und von Suse Underwood deutlich greifbarer. Der Kurs ist nun gut auf die weitere Vorbereitung eingestellt und blickt erwartungsvoll auf die Vorstellung am 21.06.26.








