EXKURSION ZUR KZ-GEDENKSTÄTTE MOSBACH-NECKARELZ

KZ t Im Mai unternahmen alle Schüler*innen der Klassenstufen 9, einmal mit Frau Wickert und Herrn Westermann (9a/9d), einmal mit Frau Wolf und Herrn Urban (9b/9c), eine Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mosbach-Neckarelz. Die Gedenkstätte liegt auf dem Gelände einer Grundschule. Den Grund dafür erfuhren wir von den ehrenamtlichen Leiter*innen der Exkursion, Herrn Haas und Frau Kessel:

Da die Luftangriffe gegen Nazi-Deutschland 1944 massiv zunahmen, beschloss das NS-Regime, eine kriegswichtige Fabrik an den Neckar unter die Erde zu verlagern, wo Motoren für die NS-Luftwaffe angefertigt werden sollten. Unter dem Tarnnamen „Goldfisch“ bauten KZ-Häftlinge aus dem KZ Dachau diese unterirdische Fabrik aus. Für die Häftlinge musste die Volksschule im nahegelegenen Neckarelz geräumt werden, wo diese unter brutalen Bedingungen lebten, hungerten, gefoltert und teilweise hingerichtet wurden. Indem dieses Gelände heute wieder als Grundschule verwendet wird, vermischen sich hier Vergangenheit und Gegenwart auf bemerkenswerte Weise: So spielen die Kinder der Grundschule in ihren Pausen auf jenem Hof, auf dem Häftlinge stundenlang in der Kälte ausharren mussten und teilweise auch ermordet wurden ‒ um dieser Gleichzeitigkeit von ausgelassenem Kinderspiel und schrecklicher Vergangenheit zu begegnen, veranstaltet die Gedenkstätte für alle Schüler*innen der Grundschule regelmäßige Workshops. Das Programm für uns Gäste vom Goethe-Gymnasium bestand einerseits aus einer Führung durch Räume mit Originalgegenständen aus dem KZ und einem Dokumentarfilm, der das Wesentliche noch einmal mit Zeitzeugeninterviews unterstrich und zusammenfasste, andererseits aber auch aus eigener Recherche im sogenannten ‚offenen Raum‘. Es wurde dabei sehr deutlich, dass es bei diesem KZ inmitten eines Ortes und ganz in unserer Nähe unmöglich war, nicht mitzubekommen, was mit den KZ-Häftlingen geschah. Genauere Berichte und Eindrücke folgen in der nächsten Ausgabe von Goethes „Faust“.